the 50 shades of brown

unglaubliche szenen spielten sich gestern (25.04.2020) ab! ein breites bündnis von antifaschistisch eingestellten berliner gruppen versuchte, die querfront auf den rosa-luxemburg-platz zu stoppen. es war sehr schön, die bekannten gesichter nach langer zeit auf der kundgebung begrüßen zu dürfen. genau so traurig war es, bekannte gesichter auf der anderen seite zu sehen. gemeinsam mit den krassesten neonazis meditierten 300 leute auf dem rosa-luxemburg-platz und 300 hingen in der torstraße fest. sie haben zwar den platz bekommen, aber sie sind jetzt gespalten! danke an alle, die dabei waren – es war sehr schön, euch endlich wieder zu sehen! und auch ein dickes danke an alle, die solidarisch zuhause geblieben sind! wir geben hier kund, wenn wir uns entschieden haben, wie es weiter geht.

aufgrund der starken nachfrage ist hier nochmal das programm unserer audio-kundgebung (auchtung! die datei spielt sofort ab; sehr laut): https://vocaroo.com/4qaH5thgx7F
die beiträge richten sich eher an die teilnehmenden der „gegenseite“. die mucke ist vom quartiersmanagement grunewald, theaterX und bergpartei.

am ende der straße meditierte ken jebsen (kenfm) auf einem wohnmobil mit 300 follower – obwohl wir auf dem rlp zuerst angemeldet hatten! (foto bearbeitet, lizens cc 0)

die mieterpartei hat ein video gedreht!

hinter dem protest steht ein breites bündnis gegen den sog. „demokratischen widerstand“. wir riefen aber nicht explizit zur kundgebung auf, um keine weiteren massen-ansammlungen zu provozieren. siehe letzter beitrag:

VERSCHOBEN: 18:00 rosa-luxemburg-platz! 22.04.2020 (leider keine fahrradkette)

heute wollen wir eine fahrad-kette machen!
wegen corona ist keine menschenkette möglich 😉 um 17:00 bewegen wir uns von der karl-liebknecht-brücke vorm schloß zum karl-liebknecht-haus. wir wollen gegen das schloss protestieren, den rosa-luxemburg-platz symbolisch zurückerobern und der regierungspartei eine verordnung vorlegen, die besetzungen erlaubt. eine demo für alles! kommt mit rädern vorbei, haltet 2m abstand ein und seid schön totalvermummt! das wird die erste demo seit den ersten lockerungen!

hütten für alle!

streetart von B* – foto von maja hitji – idee von cät

An die Obrigkeit Berlins

Anfang letzter Woche bekamen alle registrierten sesshaften Haushalte einen Brief vom regierenden Bürgermeister: „Solidarität!“

Tatsächlich wurden sehr schnell Hotels für Obdachlose sowie Betroffene häuslicher Gewalt angemietet. Hilfsorganisationen und Frauenverbände hatten Alarm geschlagen. Das zeigt den guten Willen und die Handlungsfähigkeit des Senats! Die Angebote wurden dankend angenommen und sind nun ausgelastet – die Situation ist immernoch angespannt.
Wieviele Obdachlose es in Berlin gibt, ist sehr umstritten – aber jetzt, wo der normale Verkehr eingestellt wurde, fallen sie überall auf. Man vergisst gern die verdeckte Wohnungslosigkeit: Wie viele Menschen hangeln sich von Sofa zu Sofa oder erdulden missbräuchliche Partnerschaften, Wohngemeinschaften und Familienverhältnisse, weil sie nicht wissen, wohin?Eckard Baumann vom Straßenkinder e.V. rechnet zur Zeit fest damit, dass mehr Kinder aus der Enge der Familien flüchten werden.In kürzester Zeit haben extrem viele Menschen in Berlin ihren Job, Aufträge und Einkünfte verloren und können keine Miete mehr zahlen! Gleich am Anfang der Krise wurden in Berlin Zwangsräumungen ausgesetzt, was eine unglaubliche Erleichterung für viele ist. Aber wenn es kein Grundeinkommen, keinen Mietenstopp, Schuldenbremse oder Zahlungsstopp für Betriebskosten gibt, werden die Wohnungen nach den Maßnahmen geräumt. Eine Sicherheit gibt es nicht. Mietendeckel und Räumungsstopp waren mutig und sinnvoll, sind aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Zur Zeit scheinen schwerwiegende Eingriffe in das Private möglich. Warum sollte dies nicht auch für die Privatwirtschaft gelten?

Unsere besondere Sorge betrifft die Sammelunterkünfte von Geflüchteten in und außerhalb Deutschlands. Menschen in Massenunterkünften sind einer Seuche hilflos ausgeliefert. 40.000 Geflüchtete leben in Moria in überfüllten Lagern unter katastrophalen Bedingungen.

Aber es gibt eine einfache, pragmatische und logische Lösung!
Durch den Wegfall des Tourismus zeigen sich die Lücken im Wohnungsmarkt: AirBnb hat nach eigenen Angaben über 22.000 Privatunterkünfte, die in der Regel über dem Mietspiegel und am Mietendeckel vorbei dem Wohnungsmarkt entzogen wurden – 10.722 Wohnungen und 11.534 Zimmer – allein in Berlin im Angebot. Ungefähr 130000 Wohnungen stehen in Berlin leer. 150.346 Betten umfassen die Hotels!

Das ist doch ein Match!

Unbürokratisch, preisgünstig und flächendeckend kann Wohnraum mit sanitären Einrichtungen bereitgestellt werden. Diese Maßnahmen würden ausreichen, die um schnell und unkompliziert die Schwächsten der Schwachen vor Ansteckung zu schützen. Bevor weitere Zwangsmaßnahmen wie Enteignungen und Beschlagnahmungen ergriffen werden müssen, sollte der Weg der Selbstorganisation gewählt werden. 
Köln macht es vor!
In der Kölner Südstadt gibt es nun seit über einem Monat eine neue Besetzung. Das kann Berlin auch! Aktivist*innen der #besetzen-Kampagne haben vorvorletztes Wochenende bereits Wohungen für Wohnungslose erschlossen. Solche Aktionen schaffen Nutzen und richten keinen Schaden an. 

Wir schlagen Ihnen eine Verordnung vor, die Besetzungen für die Zeit der Pandemie legalisiert und die „Berliner Linie“ aussetzt.
Obdachlose, Geflüchtete, Betroffene häuslicher Gewalt, Psychiatrisierte, Verarmte und Ausgebüchste bekommen eine Chance. 

Link zur Verordnung, die in einer Telegramgruppe entstanden ist.
#reclaimrosaluxemburgplatz #AllenEinZuhause #besetzen

bitte kommen sie klar!

zuerst die news

die guten news: der offene brief an den bürgermeister und der protest vor dem roten rathaus haben gewirkt! es gibt jetzt ein hotel für obdachlose und herr müller hat auf twitter geantwortet. der protest wurde von obdachlosen-vertretungen und hilfsorganisationen gestartet und von uns, den hedos, der mieterpartei u.v.a. unterstützt!

protest vor dem rathaus
gefährdet-seit ist ungerecht verteilt

auch der offene brief des landesfrauenrats, der feministischen partei u.a. hat dafür gesorgt, dass ein hotel für betroffene häuslicher gewalt angemietet wurde. die petition für das bge wurde gut angenommen: in nur wenigen tagen haben 90.000 unterschrieben.
die räumung von wohnungen wurde heute ausgesetzt (2.4.20) und in köln werden sogar schon neubesetzungen geduldet. das ist ein guter anfang für eine krise ohne absehbares ende. in spanien wird #mietenstreik organisiert
aber die gegenseite hat ihre wünsche sofort durchgekriegt: die fließbänder der rüstungs- und auto-industrie (tesla baut weiter!!!) laufen weiter während wir nicht mehr auf die straße gehen können. die grenzen sind dicht und die bullen schikanieren leute an jeder ecke. alle zeigen ihr wahres gesicht. trotz der großen zustimmung und der geringen sterblichkeitsraten hat die regierung auf ganzer linie versagt. warum wird sie nicht entmachtet? es ist grund genug für einen aufstand wie das grundgesetz außer kraft gesetzt wurde. das parlament ist wie aufgelöst. sogar die bürgerliche presse empört sich (tagesspiegel & faz beklagen die notstandsgesetze!) wäre ja ganz cool – wenn nicht unnötig menschen sterben würden.

das quartiersmanagement grunewald im ausnahmezustand

was sollen wir eigentlich jetzt machen? auto-korso, 2m -abstand- kundgebung, flashmobs in zeitlicher folge? die kreativste idee gewinnt. achtet jedenfalls auf ankündigungen in verschlüsselten kanälen!

und klar: hacken lernen, sich ein landprojekt suchen und vor allem: unterstützt schwache, schafft praktische netzwerke sucht gleichgesinnte! denn die politischen einstellungen zeigen sich klar an der vielzahl der lage-einschätzungen.